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                          Aus der Geschichte der Burg Saaleck:

 

  

      Um 1050

Als Grenzburg erbaut, diente sie dem Schutz des Handels, denn unter der Burg führte eine wichtige Handelsstraße entlang.

           1140       

Erster Hinweis auf einer Stiftsurkunde im Zisterzienserkloster Pforte - genannt wird dort ein "Hermann abvocatus de Salek", d.h. Hermann, Vogt von Saaleck.

       Bis 1213

Die Saalecker Vögte der Burg sind in Ihrer Reihenfolge bekannt. Sie erhielten die Burg mit dazugehörigen Dörfern und Ländereien jeweils als Lehen von  Ihrem Landsherren, dem Markgrafen von Meißen.

       Bis 1343

Die Vargulas, ein Geschlecht mit ausgedehntem Familienbesitz, besaßen u.a. die Tautenburg bei Dornburg und auch die Burg Saaleck.

Letztere war ein erbliches Lehen vom Markgrafen von Meißen, dessen Mundschenken sie waren. Der bekannteste und wichtigste von ihnen war Rudolf Vargula.

    Ab 1305 

Zunehmende Verschuldung der Schenken von Vargula, deshalb Verkauf einzelner Besitzungen z.B. das "Schenkenholz" und das Dorf Fränkenau.

       1349

Besitzrechte der Saalecker Schenken (Burg und Ländereien) gehen für 700 Schock Meißner Groschen an den Bischof in Naumburg über (60 Groschen kostete damals ein Arbeitspferd). Die Burg sollte dem Bischof bei Gefahr ein geeigneter Zufluchtsort werden. In den nächsten Jahren wurden auf der Burg bischöfliche Vögte oder Amtmänner eingesetzt.

        1525

Mit der Reformation wurde geistlicher Besitz säkularisiert, d.h. zugunsten weltlicher Herrscher eingezogen. Saaleck kam so zum Kurfürstentum Sachsen.

        1585

Die Burg wurde als Wohnsitz des Amtmanns aufgegeben, er zog in das zur Burg gehörende Vorwerk Stendorf, das dadurch zum Rittergut wurde. Die Burg war herrenlos und verfiel zur Ruine.

Bis ca. 1800

Die Bauern der umliegenden Ortschaften nutzten die Burg als Steinbruch und verwendeten die Steine als Baumaterial.

 

   Um 1804

Verkauf des Ritterguts Stendorf und der Burgruine an den Großgrundbesitzer Freiherrn von Feilitzsch, dem Gut und Burg bis zur Bodenreform 1945 gehörten.

     03.10.1818

Gründung des "Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erforschung des vaterländischen Altertums und Erhaltung seiner Denkmale" durch den Naumburger Landrat Carl Peter Lepsius.

 

   Ab 1912

Die Ruine Burg Saaleck wurde vom Schriftsteller Hans-Wilhelm Stein und seiner Ehefrau gepachtet. Sie begannen mit der Renovierung der Burg. Durch Einziehung einer Betondecke wurde der Westturm zur Aussichtsplattform. Teilweise wurde der Brunnen wieder freigelegt. Der Ostturm konnte zu Wohnzwecken hergerichtet werden.

 

 Juli 1922

Die Rathenau-Mörder Erwin Kern und Herrmann Fischer, Angehörige der Organisation Consul, wurden mit Hilfe von Hans Wilhelm Stein auf der Burg versteckt und von der Polizei entdeckt. In einem Feuergefecht wurde Kern getötet und Fischer verübte in der darauffolgenden Nacht Selbstmord.

 Ab 1933

Die Burg und das Grab der Attentäter auf dem Friedhof Saaleck wurden zu Kultstätten der Nationalsozialisten.

 

    1945

und danach

Durch die Verordnung über die Bodenreform in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone wurde die Burg "volkseigen" und kam in die Rechtsträgerschaft der Stadt Bad Kösen. Aussichtsturm und Burghof blieben der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich. Die Burg wurde den Bad Kösener Museen angeschlossen. Der ehemalige Wohnturm erhielt eine bescheidene Ausstellung (kleine Waffensammlung, einige Objekte zur Gründung des Sächsisch-Thüringischen Vereins unter Lepsius). Die Mittel zur Erhaltung der Burganlage wurden immer knapper und Reparaturen an dem alten Gemäuer konnten nur sporadisch durchgeführt werden. Nach Auszug von Anita Stein aus dem Wohnturm in den 50er Jahren, wurden mehrere Burgwarte von der Stadt für den Besucherdienst und die Sauberhaltung der Burganlage eingesetzt. Um Kosten einzusparen, wurde ab dem Jahr 1990 eine Verpachtung vorgenommen.

  2003 bis 2007

Übernahme der Burg in eigener Regie durch den 2001 gegründeten Heimatverein Saaleck und Beginn des Museumsaufbaus. Im Ostturm konnte die Ausstellung zu den Saalecker Wildpferdjägern eröffnet werden. Im darüber liegenden Bereich sind Räumlichkeiten für Treffs und Versammlungen geschaffen worden.

            

             2008

 

 

 

 

In Zusammenarbeit mit der Traditionsbrauerei Watzdorf sowie mit Leihgaben des Naumburger Sammlers Armin Serfling wurde im Ostturm eine Sonderausstellung zur Thüringer und Naumburger Braugeschichte gezeigt. Seitdem gibt es das "Saalecker Ritterbier" als Souvenir auf der Burg zu kaufen, d.h. Watzdorfer Schwarzbier, Pils oder Bock mit dem Sonderetikett des Vereins.

 

             2009  

Ausstellung "Bäuerliche Gebrauchskeramik aus der Region" mit Ausstellungsstücken aus der privaten Sammlung von Uwe Dorloff.

Instandsetzung der Außenbeleuchtung am Burgaufgang, Inbetriebnahme der "höchstgelegenen" Straßenlaterne in Bad Kösen !

             2010

            

Der Verein der Höhlen- und Karstforscher Naumburg-Weißenfels präsentierte sich im Ostturm der Burg.

             2011

Die Foto-Geuther & Ingeborg Geuther Ausstellung zeigte professionelle Fotografie und Aquarellmalerei.
             2012Ausstellung über den Naumburger Reisefotografen Otto Blaubach.
             2013Sonderschau "40 Jahre Sammeln von Mineralien im Burgenlandkreis".
             2014

"Burgen und Schlösser in Europa"  - Ölgemälde des Kunstmalers Reinhard Bergmann im Ostturm der Burg Saaleck.

             2016

Spielzeug-Ausstellung aus der Privatsammlung von Jörg Kreher

             2017

             2018

 Private Exponate aus der Welt von LEGO